Die eine und die Enzige. Die Sočaforelle.
So wie die Welt der Julischen Alpen wild ist, in denen einer der schönsten Flüsse entspringt, so ist auch das Leben wild, das den Fluss Soča kennzeichnet. Insbesondere gilt dies für die endemische Forellenart - die Sočaforelle oder Salmo trutta marmoratus.
Die Berge des Karsthochlandes der Julischen Alpen und die feuchten Winde, die entlang des Tals wehen, sind mitunter ein Grund für reichliche Niederschläge in den Orten dieser Gegend. Und wenn im Frühjahr der Schnee zu schmelzen beginnt, sind die Berge mit Wassermassen getränkt wie ein Küchentuch. Durch zahlreiche Engpässe und Abgründe bricht alles auf gewaltige Weise an die Oberfläche, was sich im Inneren befindet. Auch der Fluss Soča nimmt wild seinen Anlauf von dessen Quelle durch das Tal Zadnja Trenta.
Nachdem sich der Fluss über die kleinen Wasserfälle und Engpässe, die den Fluss ohne Erfolg zu beruhigen versuchen, etwas breiter in das Tal ergießt, kommen wir zu einem Ort, wo früh im Frühjahr die Sonne erstmals nur für einige Minuten erstrahlt - an eine Kreuzung zweier Täler, wo sie für das Überleben des langen und harten Winters sozusagen allem und jedem die Ehre erweist. Hier beginnt das Leben unserer Heldin, der Sočaforelle.

Solange die Temperaturen unter 0 Grad Celsius liegen, ist der Wasserspiegel niedrig, weshalb kein Hochwasser auftritt, welches auch nicht den Flussboden durchpflügt, was ansonsten zu einem späteren Zeitpunkt der Fall wäre.
Im Februar können somit nach sechs Wochen der Laichzeit die Fische schlüpfen. Die grausame Wahrheit aber ist, dass sie eine leichte Beute für verschiedene Larven und andere Wassertierarten sind. Nur wenige Fischlein erleben somit den ersten Frühling, und etwa nur jeder Hunderte Fisch überlebt auch den zweiten Frühling.
Wenn die Sočaforelle diesen Zeitraum überlebt, kann sie sich zu einem Nachtjäger entwickeln, der eine Länge von bis zu 120 cm erreicht und über 20 kg schwer wird. Dann werden die Rollen im Fluss vertauscht. Und die Geschichte beginnt von Neuem.
Vor nicht zu langer Zeit schien es so, als würde sie sich aufgrund der Vermischung mit einer anderen Art zurückbilden. Doch vor zehn Jahren wurde sie in abgelegenen und schwer zugänglichen Wassertiefen des Flusses erneut entdeckt. Die Gelegenheit, die sich bot, durfte nicht verpasst werden. Die Entschlossenheit, Beharrlichkeit und Hingabe bei der Erhaltung der Art haben Früchte getragen. Langsam aber sicher wurde sie vom Menschen und der Natur akzeptiert, und es wurde ihr ermöglicht, in ihrem Königreich erneut frei zu schwimmen.
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