Mit Ernst Hemingways Worten
Wenn die Isonzo-Front die Kulisse des Romans „In einem anderen Land" ist, dann ist der wundersame Durchbruch bei Kobarid das Szenarium für das Schauspiel mit dem Tod, dessen Trauerspiel zugleich von über 3000 Kanonen auf der österreichisch-ungarischen Seite geschrieben wurde. Wenn Hemingway Glück im Unglück hatte, so kann dies nicht von mehreren Hundert Soldaten behauptet werden, die den Fluss rot färbten.
Die Isonzo-Front stellte zwar nur einen Teil der 600 km langen Front dar, die sich vom Dreiländereck Österreich, Italien und Schweiz bis zum Soča-Tal und dem Adriatischen Meer erstreckte. Im Jahr 1915 verwandelte sich dieser Teil der Landschaft in eine Ansammlung von Eisen und Stahl. In befestigte Stellungen, die einen langwierigen Positionskampf diktierten

Von Juni 1915 bis September 1917 führten die Italiener elf Schlachten durch, die Zwölfte, auch als das „Wunder von Karfreit" (dem heutigen Kobarid) bekannt, änderte jedoch den Verlauf des Krieges in diesem Gebiet.
Die deutsch-österreichische Armee wählte in dem gebirgigen Gebiet zwischen Bovec und Tolmin einen ungewöhnlichen Angriffsplan, basierend auf Schnelligkeit, Überraschung, einer untereinander abgesprochenen Vorgehensweise und einem raschen Durchbruch entlang des Tals.
Historische Tourismus Auch für jene, die über mit Gas gefüllte Granaten verfügten. Der Durchbruch gelang und die Front rückte zum Fluss Piava vor, wo im Oktober 1918 den Waffen „Lebewohl" gesagt wurde.
Die zwölfte Isonzoschlacht gilt taktisch gesehen als eine der erfolgreichsten Aktionen des Ersten Weltkrieges. Sie war eine der gewaltigsten Bergschlachten in der Geschichte der Kriegsführung, in der auch der später im Zweiten Weltkrieg bekannte „Wüstenfuchs" Erwin Rommel kämpfte und Erfahrungen sammelte.
Wenn „In einem anderen Land" gemeinsam mit den Überresten aus dem Ersten Weltkrieg, die hier zu finden sind, Erinnerungen wachruft und diese lebendig bleiben, dann dürfte etwas derartiges nie wieder geschehen.



